Leipzig: Betriebskosten steigen weiter an
Mieterverein Leipzig präsentiert Betriebskostenspiegel
Im Höchstfall werden bis zu 2,67 Euro pro Quadratmeter fällig
Leipzig zählt zu den teuersten Städten in Sachsen
Mieter in Leipzig müssen in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten in Leipzig zusammen, kann die so genannte zweite Miete bis zu 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung mussten bei Anfallen aller Kosten im Höchstfall 2.563,20 Euro nur an Nebenkosten aufgebracht werden. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor lag der Höchstwert bei 2,63 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise gesamt bei 2.524,80 Euro. Dies geht aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel Leipzig hervor, den der Mieterverein Leipzig jetzt auf Grundlage der Abrechnungsdaten des Jahres 2009 vorlegt. Die Berechnungen der Mietexperten zeigen, dass Leipzig zwar nach wie vor unter dem bundesdeutschen Schnitt liegt, im sächsischen Vergleich aber deutlich zurückfällt.
„Leipzig verliert in diesem Jahr seinen Standortvorteil. Denn die vergleichsweise günstigen Kaltmieten werden durch die Betriebskosten mittlerweile konterkariert“, schätzt Anke Matejka vom Mieterverein Leipzig ein und ergänzt: „Zwar steht Leipzig im deutschlandweiten Vergleich noch gut da. Hier werden im Höchstfall 2,94 Euro pro Quadratmeter und Monat für die zweite Miete berechnet. Nach Berechnungen des Mieterbundes Sachsen werden im Gegensatz dazu aber im Freistaat maximal 2,57 Euro pro Quadratmeter fällig. Auch die Landeshauptstadt Dresden liegt mit 2,58 Euro pro Quadratmeter nicht nur im Mittel, sondern auch deutlich unter Leipzig.“
Zahlreiche Positionen werden teurer
Insgesamt sieben Kostenpunkte verzeichnen in diesem Jahr eine Steigerung. So ist Warmwasser beispielsweise um zwei Cent teurer geworden und schlägt jetzt mit 24 Cent zu Buche. Um jeweils einen Cent erhöht haben sich die Preise für Aufzug (15 Cent), Straßenreinigung (3 Cent), Müllbeseitigung (12 Cent), Hauswart(20 Cent) und den Kabelempfang (11 Cent). Erhöht haben sich auch die Gebühren für die Versicherung. Diese steigen um 2 Cent auf jetzt 12 Cent pro Quadratmeter und Monat.
Vier Posten mit sinkenden Preisen
Etwas preiswerter ist hingegen die Grundsteuer geworden. Diese sinkt von 13 Cent auf nun 12 Cent pro Quadratmeter und Monat. Ebenso mit einer Tendenz nach unten sind die Gebäudereinigung (12 Cent), der allgemeine Strom (5 Cent) sowie die Schornsteinreinigung (2 Cent) erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für Wasser inklusive Abwasser (35 Cent), Heizung (94 Cent) sowie Gartenpflege (5 Cent) stabil geblieben.
Durchwachsene Prognose für die Zukunft
„Für das kommende Jahr müssen die Mieter mit einem Anstieg bei den Heizkosten rechnen“ sagt Anke Matejka. Vor allem die längeren und deutlich niedrigeren Kälteperioden werden sich bemerkbar machen. Bereits 2010 stieg der Energieverbrauch um vier Prozent. Auch rechnet die Mietrechtsexpertin mit weiteren Erhöhungen bei Positionen die maßgeblich durch die Stadtverwaltung in Leipzig beeinflusst wird. Matejka: „Als Beispiel wäre hier die Erhöhung der Grundsteuer in Leipzig zu nennen. Vermieter werden diesen Kostenpunkt mit Sicherheit auf die Mieter umlegen. Aber auch Straßenreinigung und Müllbeseitigung werden bei der aktuellen prekären Haushaltslage mit Sicherheit nicht günstiger werden.“ Es sei davon auszugehen, dass Leipzig mit der zweiten Miete eher einen Standortnachteil haben werde.
Hintergrund:
Der Mieterverein Leipzig e.V. ist mit 14.000 Mitgliederhaushalten der größte Verein im DMB Landesverband Sachsen. Pro Jahr führt der Verein über 14.000 Beratungen durch, wobei weniger als zwei Prozent vor Gericht verhandelt werden. Der Mieterverein bringt sich auf Landes- bzw. kommunaler Ebene in die wohnungs- und mieterrelevanten Themen ein und leistet wichtige Aufklärungs- und Informationstätigkeit auf dem Gebiet des Mietrechtes. Die Mietervereine vor Ort beraten und vertreten ihre Mitglieder darüber hinaus in mietrechtlichen Fragen.